Schyren-Gymnasium Pfaffenhofen
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Schulberatung: Der Erziehungsauftrag der Schule
Der Weg zum bayerischen Abitur dauert neun bzw. acht Jahre: Als Kinder treten unsere Schülerinnen und Schüler in das Gymnasium ein, als junge Erwachsene verlassen sie die Schule. Vermittlung von Wissen und die Fähigkeit, damit umzugehen, haben für die angestrebte Studierfähigkeit einen hohen Stellenwert. Bildung umfasst jedoch nicht nur die Aneignung von Wissen. Bildung umfasst auch die Entfaltung eigener Anlagen und Interessen, um zu vernünftiger Selbstbestimmung und gesellschaftlicher Verantwortung befähigt zu werden. Damit Kinder auf ihr Leben in dieser Welt optimal vorbereitet werden, sind Orientierungen notwendig. Dieser auch vom Gesetzgeber geforderte Erziehungsauftrag der Schule muss in einer sich rasch wandelnden Zeit immer wieder neu überdacht werden.

In einer komplexen Gesellschaft sind Erziehungsziele und Wertvorstellungen einer ständigen Wandlung unterworfen. Werte als individuelle Leitvorstellungen existieren nach wie vor, lediglich ihre Allgemeingültigkeit nimmt ab. An die Stelle tradierter, dauerhafter Wertorientierungen tritt eine Pluralität von Einstellungen.


So sind die Erwartungen unserer Gesellschaft im Hinblick auf Erziehungsziele widersprüchlich: Einerseits sollen Kinder und Jugendliche rücksichtsvoll und kooperativ sein, andererseits werden ehrgeizige, erfolgsorientierte und durchsetzungsfähige Menschen als vorbildhaft präsentiert. Kinder sollen sich auf der einen Seite begrenzen, auf der anderen Seite werden sie vielfältigsten Reizen ausgesetzt und zu hemmungslosem Konsum animiert. Sie sollen einerseits bindungsfähig, andererseits jederzeit flexibel sein und biografisch improvisieren können.

Erziehung geschieht stets im zwischenmenschlichen Kontakt, auf der Basis von Beziehungen,  und steht im Spannungsverhältnis zwischen Lenken und Wachsen lassen. An diesem Prozess wirken zuallererst die Eltern, aber auch die Lehrer mit. Erziehung gelingt dann, wenn ein Grundkonsens darüber herrscht, was Kinder benötigen. Elemente eines Erziehungsstils, der die Balance hält zwischen den Bedürfnissen des Kindes nach Raum zur Entfaltung einerseits und Struktur und Orientierung andererseits, sind z.B.

  • Wertschätzung
  • Unterstützung
  • Konsequenz
  • Mitgestaltung
  • optimistische Grundhaltung
  • wirkungsvolle Kommunikation

Diese Elemente sind gleichzeitig die Voraussetzung dafür, dass Menschen in einer sozialen Gruppe - Familie, Schulklasse, Schulgemeinschaft bedeutsam lernen und persönlich reifen können. Beziehungen in solchen Gruppen müssen durchaus nicht immer harmonisch sein, jedoch müssen sie geprägt sein von gegenseitiger Achtung.

Diese Erfahrung machen unsere Schülerinnen und Schüler im Unterricht, in Arbeitsgemeinschaften, im Rahmen der Schülermitverwaltung, in Gesprächen außerhalb des Unterrichts, bei Klassenfahrten. In vielen Situationen gelingt es, den Heranwachsenden Orientierung zu vermitteln und eine positive Persönlichkeitsentwicklung zu fördern. Das Vorbild des Lehrers ist dafür eine wesentliche Voraussetzung. Dass wir alle in unserem Bemühen zu erziehen Fehler machen, ist selbstverständlich. Aber wenn Sie einen Blick auf das an unserer Schule angebotene pädagogische Zusatzangebot werfen, werden Sie feststellen, dass wir bereit sind, uns als Erzieher kontinuierlich weiterzuentwickeln.

Wenn Erziehung gemeinsam mit Eltern und Schule glückt, dann gelingt es den Kindern eher, stabile Bindungen mit anderen Menschen einzugehen, sich aufgrund eigener Normen und Werte in der Welt zurechtzufinden und die Zukunft selbstständig zu gestalten. Erziehung hilft in diesem Fall auch bei der Bewältigung von Problemen und Gefährdungen, z.B. vor negativen Einflüssen der immer bedeutender werdenden Gruppen von Gleichaltrigen, in denen junge Menschen Akzeptanz und Anerkennung suchen, wenn sie beginnen sich von den Eltern zu lösen.

Nur wenn ihr Selbstwertgefühl ausgeprägt ist, sind Kinder in der Lage, unabhängig zu urteilen und selbstverantwortlich zu handeln. Um diese Kompetenzen zu fördern, beschreitet unsere Schule neue Wege. Ein Beispiel: Seit dem Schuljahr 2005/2006 wird die Suchtprävention am Schyren-Gymnasium vor allem von Schülerinnen und Schülern getragen. Begleitet werden die hoch motivierten Mitglieder des neu gegründeten Arbeitskreises von Herrn Liesaus, dem Kreisjugendpfleger, sowie einigen Lehrkräften. Initiiert haben die Jugendlichen zum Beispiel Informationsstunden zum Thema Alcopops in allen Klassen der Jahrgangsstufen 6 mit 9. Außerdem nahmen alle Mitglieder des Arbeitskreises teil an einer Schulung zum Suchtexperten.

Langfristig gesehen ist eine gelungene Erziehung die Voraussetzung dafür, dass Menschen ihr Leben als sinnvoll und erfüllt erleben, weil sie die Erfahrung gemacht haben, dass sie es selbst gestalten können und dass sie fähig sind, Schwierigkeiten zu überwinden und anspruchsvolle Aufgaben zu meistern.

Nicht nur das Gymnasium hat die Aufgabe, Schülerinnen und Schülern diese Erfahrung auf vielfältige Weise zu ermöglichen. Aber an keiner Schule verweilen Kinder so lange und in den unterschiedlichsten Entwicklungsphasen deshalb ist der Erziehungsauftrag am Gymnasium von besonderer Bedeutung.


Theresia Werther
Beratungslehrerin


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