Prädikat, finiter Teil
An sich hat ein Satz nur ein Prädikat. Dieses antwortet in erster Linie auf die Fragen: »Was tut das Subjekt? Was geschieht?« Das Prädikat wird durch Verben repräsentiert.
Was tut die Mutter? Mutter bäckt Kuchen. Ilse hat ihn aufgegessen.

Hier sieht man nun, dass das Prädikat aus zwei Teilen bestehen kann: »hat« und »aufgegessen«.
Der finite, also bestimmte Teil ist das Wort »hat«, der infinite, also unbestimmte Prädikatsteil ist das Wort »aufgegessen«. Bei »bäckt« wie bei »hat« handelt es sich um die gebeugte Verbform, die das Prädikat bildet oder den Prädikatskern neben anderen ungebeugten oder unveränderlichen Prädikatsteilen, z.B. Infinitiven, Partizipien und Verbzusätzen, darstellt.

In »Ilse den Kuchen auf.« ist auf ein Verbzusatz, in diesem Programm ein »unbestimmter Prädikatsteil«, während es sich bei »« wieder um den Prädikatskern, den finiten Prädikatsteil handelt.

Für die Analyse normalsprachlicher Sätze empfiehlt es sich also zwischen finitem Prädikatsteil und unbestimmtem Prädikatsteil zu unterscheiden. Nicht die Stellung des Prädikats, sondern die Stellung des finiten Prädikatteils entscheiden übrigens auch über die Satzart: Hast du den Kuchen aufgegessen? Hier sieht man unschwer, dass das Finitum in Spitzenstellung kennzeichnend für den Fragesatz ist.
[Die Reduktionen auf den Infinitiv oder auf das Präsens, wie sie in vielen Grammatiken gemacht werden, helfen Schülern nicht viel.]


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